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Ecomuseo Sangro · Aventino
Ein Pfad entlang der Küste der Trabocchi, mit einem Trabocco über dem Meer

Die Küste · 5 Min. Lesezeit

Die riesige Spinne

D'Annunzio nannte sie so, und der Name blieb. Fischmaschinen aus Holz über dem Wasser, an einer Küste, wo noch Orangen wachsen.

Von der äußersten Spitze des rechten Vorgebirges, über einer Gruppe von Klippen, ragte ein Trabocco hervor, eine seltsame Fischmaschine, ganz aus Brettern und Balken, einer riesigen Spinne gleich…

Gabriele D'Annunzio, „Il trionfo della morte“

Der älteste noch stehende Trabocco steht in San Vito Chietino und heißt Punta Turchino. Es ist der, den D'Annunzio beschrieben hat, und in der Nähe liegt die Klause, in der er verkehrte und von der aus man einen weiten Abschnitt der Küste überblickt.

Die Costa dei Trabocchi entspricht dem Küstenstreifen der Provinz Chieti: Ortona, San Vito Chietino, Rocca San Giovanni, Fossacesia, Torino di Sangro, Casalbordino, Vasto, San Salvo. Seit 2006, nach der Stilllegung der Adria-Bahnstrecke, führt ein Radweg von Francavilla bis San Salvo daran entlang.

La rete di un trabocco calata sull'acqua
Das vom Trabocco herabgelassene Netz: die Maschine erlaubte den Fang, ohne aufs offene Meer zu fahren.

Orangengärten im Freiland

Wenige Meter vom Meer entfernt werden an dieser Küste mindestens seit 1442 Zitrusfrüchte angebaut – das Datum einer Notariatsurkunde aus dem Gebiet von Vasto. Nicht im Gewächshaus: im Freiland, ohne Mauerwerk.

Die Klimakrise des 17. Jahrhunderts, die „kleine Eiszeit“, zerstörte alle Orangenhaine an der Küste und ließ die Zedratzitrone an der Küste von Vasto verschwinden. Im 18. Jahrhundert kehrte der Anbau zurück, doch im 19. traf ihn ein Schlag anderer Art: die Eisenbahn, die die sizilianischen Orangen bis hierher brachte.

Heute sind nur wenige Inseln geblieben. In Vasto halten sie sich in den kleinen Tälern, die sich zum Meer öffnen; in Rocca San Giovanni häufen sie sich im Weiler Vallevò, geschützt von hohen Lorbeerhecken und Schilfwänden. Das Wasser kommt aus Quellaustritten, sammelt sich in Becken, und um jeden Baum wird eine kleine runde Mulde ausgehoben – der „bacile“ –, um es zu halten.

Rami carichi di arance in un giardino della costa
Un uliveto con agrumi in mezzo, sulla fascia litoranea
Un trabocco emerge dalla foschia sul mare

Der Tempel, der hinausschaut

In Fossacesia, 107 Meter über dem Meer, steht eine Benediktinerabtei an der Stelle eines Tempels, der Venus Conciliatrix geweiht war. Zur Sommersonnenwende trifft das Licht der untergehenden Sonne das Portal – das deshalb Mondportal heißt – und erhellt Presbyterium und Krypta.

Einst sah die Landschaft anders aus: der Sangro versumpfte die Gegend, das Meer reichte bis dorthin, wo heute Felder liegen, und in römischer Zeit gab es hier unten einen Hafen. Der Fluss war etliche Kilometer landeinwärts schiffbar – hin zu dem Tal, aus dem alles Übrige dieses Ökomuseums kommt.