Wer dahintersteht
Das Ökomuseum
Was es ist, wer es gemacht hat, warum es in einer Schule entstanden ist und warum es im Internet lebt.
Was ein Ökomuseum ist
Den Begriff „Ökomuseum“ prägte Hugues de Varine 1971, um ein Gebiet zu bezeichnen, das traditionelle Lebensräume und ein naturkundliches, künstlerisches und kulturelles Erbe umfasst, das bedeutend genug ist, um geschützt und zur Geltung gebracht zu werden.
Der eigentliche Urheber des Ökomuseums war jedoch der Museologe Georges Henri Rivière, der es beschrieb als „das Museum der Zeit und des Raums eines bestimmten Gebiets, eine Einrichtung, die das kollektive Gedächtnis einer Gemeinschaft und des Gebiets, in dem sie lebt, erforscht, bewahrt und zur Geltung bringt“.
Ein Ökomuseum wird nicht von Mauern begrenzt, und die „ausgestellten Werke“ sind nicht nur Gegenstände des Alltags, sondern auch die Landschaften, die Architektur und die mündlichen Zeugnisse der Überlieferung. Sein erstes Ziel ist es, die Identität eines bestimmten Gebiets zur Geltung zu bringen, über ein Netz von Museen, Ausstellungen sowie historisch, künstlerisch und naturkundlich bedeutenden Orten, die über dieses Gebiet verteilt sind.
Das künstlerische und das natürliche Erbe
Das künstlerische und das natürliche Erbe eines Gebiets gehören zu seinem Kulturerbe: der Gesamtheit der kulturellen, künstlerischen, landschaftlichen, baulichen, archivalischen und archäologischen Güter.
Als künstlerisches Erbe lässt sich die Gesamtheit aller Werke und Denkmäler verstehen, beweglich oder unbeweglich, die künstlerischen Wert oder erhebliche historische Dichte besitzen. Die Naturgüter dagegen gelten als chorographische Räume – kennzeichnend für eine bestimmte Gegend, vom griechischen „kora“ –, die natürliche oder vom Menschen veränderte Landschaften bilden. Davon gibt es zwei Arten: die „Einzelschönheiten“, die einen besonderen, von selbst entstandenen Wert bewahren, und die „Ensembleschönheiten“, also Naturformen oder Bauten, die als Teile eines wertvollen Ganzen zu schützen sind.
Warum ein Gebiet zur Geltung bringen
Wer ein Mindestmaß an Zugehörigkeit zum eigenen Gebiet empfindet, muss dessen Aufwertung als Pflicht betrachten, als etwas, das von jedem Menschen mit Gemeinsinn zu erwarten wäre. Aber warum ist das so wichtig?
Eine Antwort betrifft die Wirtschaft: es lässt sich eine Art Regionalmarketing auf der Grundlage des Tourismus aufbauen. Ein Gebiet zur Geltung zu bringen heißt aber auch, am Kulturerbe zu arbeiten und allen Gütern, aus denen es besteht, Gewicht zu geben. Kurz: ein Gebiet aufzuwerten heißt, es als Identität, als Faktor von Zugehörigkeit und Verständigung anzunehmen; und diesen Wert zu mehren heißt auch, ihn nach außen zu tragen, zu denen, die ihn noch nicht kennen.
Das Projekt, das es möglich gemacht hat
Das Projekt „un #ECOMUSEO per l'#ABRUZZO“ wurde aus den Europäischen Strukturfonds finanziert – Nationales Operationelles Programm „Für die Schule, Kompetenzen und Lernumgebungen“ 2014–2020, öffentliche Ausschreibung 4427 vom 2. Mai 2017, „Stärkung der Bildung zum kulturellen, künstlerischen und landschaftlichen Erbe“.
Am 29. März 2018 bewilligt und im Herbst desselben Jahres begonnen, lief es über zwei Schuljahre in fünf miteinander verbundenen Modulen, unter Beteiligung von Klassen des Liceo Artistico und des Liceo Classico.
Die Ziele: die Schülerinnen und Schüler zu Achtung und Aufwertung des natürlichen und kulturellen Erbes erziehen; einen partizipativen Forschungsprozess anstoßen; das Wechselspiel zwischen Mensch und Umwelt und die Entwicklung der Landschaft verstehen; die für die lokale Identität wichtigsten Zeugnisse bestimmen; die Schülerinnen und Schüler auf das Führen in Museen und historischen Ortskernen vorbereiten; eine neuartige Form kultureller und touristischer Vermittlung schaffen.
Wer daran gearbeitet hat
Koordinator und treibende Kraft des Projekts: Giuseppe Manzi, Architekt und Lehrer für Kunstgeschichte, Forscher zu Landschaft und Ortsgeschichte, Ideengeber und Planer mehrerer Museumssysteme der Gegend.
- Elena La Morgia – Bildung zum kulturellen und natürlichen Erbe, Typologien musealer Systeme, Kunst und Aufwertung des Gebiets;
- Aurelio Manzi – Umwelt- und Landschaftsbildung im Gebiet Sangro-Aventino;
- Davide Aquilano – archäologische Zeugnisse;
- Maria Elena Sigismondi – bauliche, historische und landschaftliche Zeugnisse;
- Stefano Donatello – Entwurf und Gestaltung künstlerischer Objekte;
- Ercole del Pizzo – Umsetzung der multimedialen Website;
- Carmela Pelleriti, Concetta Di Campli, Silvia Intilangelo, Eugenia Napoleone – Tutorinnen.
Mit ihnen, und vor allem, die Schülerinnen und Schüler: sie haben die Orte besucht, die Texte geschrieben, die Fotografien gemacht, die Grundrisse und Aufrisse gezeichnet, die auf diesen Seiten zu sehen sind.
Warum virtuell
Die Worte des Koordinators sind deutlich: in einer Welt, in der sich die Bevölkerung in den Ballungsräumen sammelt und die Medien immer stärker von der vorherrschenden Kultur der Städte beherrscht werden, ist das Internet die einzige Hoffnung, die Stimme derer hörbar zu machen, die außerhalb stehen. Je größer die Abgeschiedenheit, desto wesentlicher und wirksamer wird diese Art der Verständigung – vor allem für jene ohne finanzielle Mittel.
Das virtuelle Ökomuseum erlaubt es dann, eine andere Kultur vorzuschlagen; sich die eigene Identität wieder anzueignen; Wissen unmittelbar und gemeinsam aufzubauen; die eigene Kultur zu verbreiten, um die Abgeschiedenheit zu durchbrechen und Austausch zu suchen; die Möglichkeiten des Gebiets zu erkennen, um die eigenen Studien und Vorhaben daran auszurichten.
Das Ökomuseum ist eine neue zeitliche und räumliche Dimension des eigenen Gebiets, um dessen kollektives Gedächtnis durch Studium und Austausch zu bewahren und zur Geltung zu bringen.
Diese Website
Die Seiten, die hier zu lesen sind, sind eine Neuausgabe der ursprünglichen Arbeit: Texte und Fotografien stammen von den Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften, neu geordnet für das Lesen am Bildschirm und über eine Karte und sechs thematische Routen miteinander verknüpft. Inhaltlich wurde nichts hinzugefügt.
Die sechs Bereiche
Wie das Ganze gegliedert ist
Jeder Ort gehört zu einem Bereich. Es sind dieselben wie in der ursprünglichen Arbeit der Schülerinnen und Schüler, mit Geschichte und Persönlichkeiten zusammengefasst unter „Kunst und Erinnerung“.